Freitag, 4. November 2011

weil mir so viel liegt an dir.



diese stimme, die so viel beinhaltet für mich, egal welche worte sie singt, die hälfte meines lebens schon. das selbstgemalte tshirt mit der ziege und den salzkrusten. busfahren in bilstein, himmelhochjauchzendzutodebetrübt. das nationalgaleriekonzert auf dem ringfest in köln. zugfahren mit meskalin. das soloalbum im sommer dazwischen, im garten meiner eltern. mixtapes mit der 4-spur-homerecording-version von 'du löscht das feuer mit benzin', mit 'polyacryl'. autofahren im dunkeln mit einwegfeuerzeugstichflamme und hoffnung im herzen. die gerippte akustikversion von 'wann kommst du vorbei'. 'baukran'. das konzert in hamburg. und das in berlin. und die yahoogruppe, die letzte ihrer art.

bei niemandem habe ich mir schon so viele worte und sätze geborgt wie bei niels frevert. keine lieder so oft in der dunkelheit gehört und momente und gefühle in ihren worten und bildern gespeichert. überhaupt, diese worte und bilder, so schief und wirr und genau. wie das leben und die liebe und alles. wir werden zusammen älter, herr frevert und ich, aber die verwirrung und die sehnsucht scheinen beidseitig zu bleiben. wenn doch bloß die sache mit dem geld nicht wäre, und das gefühl, man wäre zu alt. und das bedürfnis, herrn freverts sätze immer noch an den ziegen-tshirtbesitzer zu schicken. ich hab auf dich gewartet, was hast du mit mir gemacht? bin ich dir nicht so egal, wie du tust? deine nähe macht mich so ruhig unruhig. sätze, bei denen ich mich fühle wie zu indiana-zeiten, 1994, und so weit weg von dem realen leben, in dem ich ihn mir vorstelle, heuer. denn alles was ich an dir finde ist nichts ausser warten.

plötzlich scheinen alle niels frevert zu mögen, übrigens. tino hanekamp hat eine waschzettelode geschrieben, jan wigger ein loblied auf spon. heute, zum plattenrelease, gibt's reihenweise fb-posts aus der bekanntschaft. das ist ein wenig seltsam - wo wart ihr, all die jahre, dass ihr jetzt erst mitkriegt, wie absolut herausragend seine musik ist? - aber schön, natürlich, für niels. möge er so viele dieser herzzerreißend wunderschönen platten verkaufen wie möglich.


weihnachten, quasi.


[nablopomo 2011/04]